Ihr habt dieses Wochenende noch nichts vor? Wie wär’s mit Pilze-Sammeln im Wald? September und Oktober gelten als Hauptsaison für die Jagd auf Pfifferling, Steinpliz und Co. – wir haben Pilzexperte Moritz Schmid gefragt, was es zu beachten gibt.

Man geht wieder auf die Pirsch – und zwar mit Körbchen. Das Pilzesuchen im Wald, kontemplativ allein oder im Rudel, entwickelt sich gerade zum Wohlfühl-Trendhobby.

Der Wald als „der beste Therapeut“

Der 38-jährige Moritz Schmid ist mit viel selbst Gemachtem groß geworden und durfte seine kräuterkundige Mutter oft in den Wald zum Pilze-Sammeln begleiten. Dann kam 1986 Tschernobyl, und das Pilzesuchen nahm ein jähes Ende. Ein paar Jahre später stand bei Schmid dann eine ganz andere Suche an: die nach dem Lebenssinn. „Um Fragen zu klären und wenn ich Dinge mit mir selbst ausmachen musste, bin ich jeweils wieder in den Wald gegangen“, erzählt der gebürtige Hamburger heute, „er war mir der beste Therapeut.“ Irgendwann erinnerte sich der Fotograf an das Pilzesuchen, das ihm als Kind so viel Freude bereitet hatte, und dachte, dass sich beides gut miteinander kombinieren ließe. Seither ist der Wahlberliner „unheilbar“, wie er es selbst beschreibt, vom „Pilzfieber“ befallen. Wir haben mit ihm über seine Leidenschaft gesprochen:

FOGS: Wie trendy ist das Pilzesuchen gerade in Berlin?

Moritz Schmid: Es wird auf jeden Fall immer beliebter. Es ist aber nicht so, dass ich auf Horden von Suchenden treffen würde, wenn im Stadtforst Berlin auf Pilzjagd gehe. Das Gebiet ist doch sehr weitläufig und ich stoße vielleicht nur jedes zehnte Mal auf ein Pärchen mit Pilzkörbchen.

FOGS: Das heißt, es besteht nicht die Gefahr,dass zu viele Pilze gesammelt werden?

Moritz Schmid: Das ist ausgeschlossen, da es wirklich sehr viele Pilze gibt. Dennoch ist der nachhaltige Gedanke wichtig, und dass die Pilze für alle da sind. Man sollte nurso viele sammeln, wie man für den Eigenbedarf braucht. Die Faustregel ist stets: ein Körbchen voll. Aber ich sage immer: Obacht vor dem Sammelrausch. Auch ich erlebe noch immer eine dauerhafte Endorphinausschüttung, wenn die Suche gut läuft. Aber Pilze wachsen sehr schnell. Bei idealen Bedingungen können gewisse Pilze, etwa der Steinpilz, in drei, vier Tagen zu beachtlichen Exemplaren heranwachsen.

FOGS: Was hilft jeweils, diesen Sammelrausch zu dämpfen?

Moritz Schmid: Der Gedanke daran, dass Pilze ja frisch verarbeitet werden müssen. Deshalb ist es gut, sich vorher zu überlegen, wie man die Pilze verwerten will. Sie lassen sich aber auch einfrieren und dörren.

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Bildcredit: Andrew Ridley | Unsplash