Eine Hautcreme, genau auf die persönlichen Bedürnisse abgestimmt?

 

Die Pharmazeutin Theresa Friedrich mischt in ihrer österreichischen Manufaktur Pflege nach Maß.

 

 

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Pharmazeutische Qualität. Liebevolle Handarbeit. Hochwertige Rohstoffe erster Güte. Das sind die Zutaten für Theresa Friedrichs Erfolgsrezept. Die junge Pharmazeutin weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, Kosmetik zu finden, die den individuellen Beduüfnissen der eigenen Haut entspricht. Deshalb hat sie 2011 beschlossen, mit ihrem Unternehmen „Derma ID“ die Sache selbst in die Hand zu nehmen. In ihrer kleinen, aber feinen Manufaktur in Perchtoldsdorf mischt sie aus natürlichen Zutaten Pflegeprodukte, die selbst für empfindliche Haut bestens geeignet sind. Wie die Idee zur Creme wurde, welche Hürden es im Alltag zu nehmen gilt und wieso man bei ihrem Job manchmal ganz schön viel Geduld braucht, erzählt Theresa Friedrich FOGS im Interview.

 

Wie wurde die Idee zu Derma ID geboren?

Während eines Forschungsaufenthalts in New York habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, wie schade es ist, dass man nahezu alles an die aktuellen Bedürfnisse oder Umstände anpassen kann – außer die Hautpflege. Wir haben dann die Idee zur „Haut Couture“, also einer maßgeschneiderten Produktpalette für die Haut entwickelt.
Zurück in Wien hat das Tüfteln an Rezepturen und Produkten begonnen. 2011 war es dann soweit und Derma ID hat das Licht der Welt erblickt.

 

Wie sind die Produkte von Derma ID aufgebaut?

Ausgangspunkt für die „Haut Couture“-Linie, die individuell auf den Kunden abgestimmt wird, war meine eigene Haut. Die ist seit jeher empfindlich und hat wechselnde Bedürfnisse, beispielsweise im Sommer anders als im Winter. Trotzdem möchte ich gerne den gleichen Zusatz in meiner Pflege haben, wie eine Anti-Aging-Komponente oder eine Extraportion Feuchtigkeit.
Derma-ID hat deshalb drei verschiedene Grundlagen – ein leichtes Gel, eine mittlere und eine sehr reichhaltige Basis. Manche Kunden wählen eine Grundlage, wechseln aber saisonal oder je nach den Bedürfnissen ihrer Haut – wie etwa Rötungen, trockenen Stellen oder Unreinheiten – die Zusätze. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, denen eine bestimmte Komponente, wie etwa das bereits angesprochene Anti-Aging-Element, wichtig ist. Die wechseln dann gegebenenfalls saisonal die Basis. Das Baukastensystem lässt uns auf einfache Weise die Pflege an die akuten Gegebenheiten anpassen.
Parallel gibt es die Linie „Cosmetic Pharmacy“ mit Körperpflege und Massageölen, die nicht individuell zusammengestellt, aber trotzdem in unterschiedlichen Varianten erhältlich sind, zum Beispiel was die Duftnoten anbelangt. So kann jeder das Produkt finden, mit dem er sich am wohlsten fühlt.

 

Was waren in den letzten Jahren die größten Hürden? Und Glücksmomente, die man nie vergisst?

Wenn man im Labor steht und die Creme zum 50. Mal ausprobiert und sie ist trotzdem noch immer nicht perfekt, ist das frustrierend. Ich versuche dann Abstand zu gewinnen, lasse das Produkt und meinen Gedanken dazu eine Zeit lang ruhen, bevor ich wieder mit neuem Elan an die Sache herangehe. Auch mit der sich immer weiter verschärfenden Gesetzeslage hat man als One-Woman-Show mehr zu kämpfen als große Konzerne. Das positive Feedback meiner Kunden macht das alles aber wieder mehr als wett. Wenn mir jemand schreibt, dass er sich nach Jahren endlich wieder buchstäblich wohl in seiner Haut fühlt, ist das schon etwas ganz Besonderes.

 

Wie wird so ein Pflegeprodukt eigentlich komponiert?

Das beginnt mit Literaturrecherche, was ist der Auftrag, was ist der Kundenwunsch. Ich sitze tagelang über Büchern, suche nach passenden Ölen und Komponenten. Das hat sehr viel mit lang tradiertem Wissen zu tun. Und dann die Frage: bekomme ich die Zutaten in der Qualität die ich möchte? Nicht alles ist zu einem vertretbaren Preis in Bio-Qualität vorhanden. Ist das geklärt, geht es ab ins Labor, wo das Tüfteln beginnt. Wie beim Kochen – manche Rezepturen funktionieren auf Anhieb, andere brauchen viel Zeit und Versuchen. Texturen sind zum Beispiel sehr anspruchsvoll. Als ich in den 00er-Jahren das erste Mal Naturkosmetik verwendet habe, war die meisten Cremen sehr schwer und ich hatte das Gefühl meine Haut erstickt regelrecht. Heute ist man hier sehr viel weiter und gerade bei Derma-ID gibt es mit den drei Grundlagen auch die Möglichkeit sich für die passendste zu entscheiden.

 

Wie viel Zeit vergeht von der Idee bis zum fertigen Creme?

Zwischen der ersten Idee und dem fertigen Produkt liegt mindestens ein Jahr. Die Testverfahren im Bereich Hautpflege sind aufwändig und gehen oft auf Zeit, um zu gewährleisten dass das Produkt gut verträglich ist.

 

Ihre Produkte entstehen in Handarbeit. Wieso ist Ihnen das so wichtig?

Jedes einzelne meiner Produkte ist von mir in Perchtoldsdorf im Labor von Hand gefertigt – von Anfang bis zum Ende. So kann ich die pharmazeutische Qualität garantieren, die mir sehr wichtig ist. Meine Herstellungsverfahren entsprechen medizinischen Standards. Das ist im Bereich der Naturkosmetik leider nicht selbstverständlich. Auch die Qualität meiner Rohstoffe ist für mich essentiell, ich habe ein gutes Netzwerk, das sich um die ganze Welt spannt. Soweit es geht versuche ich meine Zutaten regional zu beziehen, aber das ist nicht immer möglich.
Die Bio-Aloe Vera kommt beispielsweise aus Mexiko und ist dort in einer Qualität erhältlich, die ich sonst nirgendwo gefunden habe. Nach meiner Sheabutter habe ich ein halbes Jahr gesucht, bis ich zufrieden war. Viele der Komponenten sind so hochwertig, dass sie im Lebensmittelbereich zugelassen sind.

 

Welche Menschen greifen zu Derma ID?

Die meisten meiner Kunden sind wirklich auf der Suche nach etwas Speziellem. Sie haben empfindliche Haut, oft auch einen Leidensweg hinter sich und legen Wert auf die Qualität der Rohstoffe sowie eine entsprechende Verarbeitung. Wir verwenden keinen Alkohol, keine harschen Reinigungsprodukte, keine Tenside, die den Hautfilm stark angreifen. Bei der Auswahl der Konservierungsmittel bin ich besonders darauf bedacht, reizarme Komponenten zu verwenden. Damit einher geht der Wille der Kunden, für Pflegeprodukte auch mehr auszugeben als für eine 08/15-Creme. Die individuelle Komposition, die pharmazeutische Qualität, mein wissenschaftlicher Background, die Auswahl der Zutaten und natürlich die Bio-Zertifizierungen machen unsere Pflege zu etwas wirkliche Einzigartigem.

 

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FOGS.