Wenn wir an natürliche Textilien für Kleider und T-Shirts denken, dann fällt den meisten sofort Baumwolle ein. Cotton ist robust, fühlt sich gut an und ist dabei relativ kostengünstig. Dass bei der Herstellung von Mode aus Baumwolle jedoch sehr viel Wasser verbraucht wird, das wissen die wenigsten. 

Ein Kilo Baumwolle benötigt zwischen 10.000 und 17.000 Litern Wasser. Nur zum Vergleich: In eine normale Badewanne passen etwa 140 Liter. Für normale Baumwollklamotten, die es bei großen Modeketten zu kaufen gibt, werden dazu oftmals noch Baumwollfäden verwendet, für deren Herstellung Pestizide zum Einsatz kommen. Auch wenn Baumwolle eine natürliche Faser ist, es schwingt doch der fahle Beigeschmack mit. Wir müssen uns bewusst machen, dass auf lange Sicht Alternativen her müssen.

Auf einer Pressereise, die von der Schweizer Wäschefirma Calida organisiert wurde, durften wir letzte Woche diese Alternativen kennen lernen. Calida hat selbstverständlich ebenfalls Pyjamas oder Shirts aus Baumwolle im Sortiment, doch das Unternehmen kann auch anders. Wie uns Senior Product Managerin Iris Altmann erzählt, verwendet Calida Fasern für ihre Slips, Lounge Wear und Nachtwäsche, von denen wir nie vermutet hätten, dass daraus Textilien gewebt bzw. gestrickt werden könnten.

Dieser Pyjama von Calida ist tatsächlich aus Alge // Photo: Calida PR

Alge, Milch und Co.: Daraus können tatsächlich Textilien hergestellt werden

Wenn man die verschiedenen weißen, schwarzen oder petrolfarbenen Stoffe der Hemden, Pyjamas und Hosen ertastet, fühlen sie sich weich, anschmiegsam und gleichzeitig robust an. Wird anschließend verraten, aus was sie tatsächlich gefertigt wurden, kommt das große Staunen. Calida verwendet viel Energie darauf, den Kunden Alternativ-Materialien zu Baumwolle anzubieten. Textilien, die sich gut anfühlen, die gleichzeitig jedoch eine Funktion erfüllen. Iris Altmann: „Baumwolle fühlt sich zwar gut an, doch wird sie nass, transportiert sie die Nässe nicht vom Körper weg, sondern saugt sich voll.“ Daher experimentiert Calida mit anderen Fasern, die auf lange Sicht ressourcen-schonender sind und optimale Klimavoraussetzungen bieten.

Alge:

In den SeaCell™-Fasern befinden sich Algen, die in den besonders mineralreichen isländischen Fjorden gewonnen werden. Die Ernte der mit Mineralien angereicherten Algen ist besonders nachhaltig: nur alle vier Jahre wird ein bestimmter Teil über der regenerativen Region der Algen so abgeschnitten, dass ein Nachwachsen gewährleistet ist. Da Algen sehr viele Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthalten, fühlen sie sich besonders wohltuend auf der Haut an. Mit MicroModal® gemischt, entsteht ein innovatives Material, das Hautpflege, Funktion und Nachhaltigkeit perfekt miteinander vereint.

Milch:

Milchproteinfasern werden aus Milch-Eiweiss (Kasein) hergestellt. Durch die darin enthaltenen Aminosäuren haben Milchproteinfasern eine positive Wirkung auf die Haut. Sie regeneriert schneller und trocknet nicht so schnell aus. Milchfaser in Kombination mit MicroModal® fühlt sie sich besonders weich an. Dazu stärkt die Faser die natürliche Hautschutzbarriere, ist atmungsaktiv und klimaregulierend.

Tencel-Bambus:

Bambus ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen der Erde. Die zu den Gräsern gehörende Pflanze wächst unter optimalen Bedingungen ein bis zwei Meter täglich, wird bis über 20 Meter hoch und erreicht einen Halm Durchmesser bis 18 Zentimetern. Bambus zur Garnherstellung wird aus Plantagenbambus hergestellt, keine Wildsammlung, es werden also keine Nahrungsquellen von Tieren (Pandabären) oder geschützte Ökosysteme bedroht. Die Fasern, die aus Bambus entstehen werden mit TENCEL® im Etikett angegeben. Materialien aus TENCEL® nehmen Feuchtigkeit besonders gut auf und trocknen schnell, sind weich im Griff, temperaturausgleichend und antibakteriell. Die Kombination mit Bambus unterstützt diese Materialeigenschaften. TENCEL® – auch als Lyocell bekannt – ist eine Faser, die aus natürlichen Rohstoffen industriell hergestellt wird. Ausgangsmaterial ist Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, das beim Anbau weder künstlich gedüngt noch bewässert werden muss. Dazu ist Lyocell auch nass äußerst reißfest und somit ein sehr langlebiges Material, das zudem biologisch abbaubar ist.

Wäscheset aus Tencel Bamboo // Photo: Calida PR

Die „I love Nature“-Shirts sind die nachhaltigsten Textilien überhaupt

Mit der Basic Serie „I love Nature“ hat Calida T-Shirts entwickelt, die sich zu 100 Prozent kompostieren lassen – vom Stoff übers Label bis hin zum Karton. In zahlreichen Tests, wurde das T-Shirt tatsächlich auf den Unternehmenseigenen Kompost geworfen, um die Zersetzung beobachten zu können. Nach vier bis sechs Monaten zerfällt das T-Shirt und zurück bleibt: NICHTS.

Die T-Shirts aus Holzfasern sind damit „Cradle-to-Cradle“ zertifiziert, was soviel bedeutet wie „von der Wiege zur Wiege“. Freier übersetzt ist damit der Kreislauf gemeint, dass sie von der Natur kommen und wieder zu Natur werden.

Von den T-Shirts bleibt nichts, aber auch nicht das kleinste Stückchen, zurück – das Etikett, die Nähte, der Stoff – alles zersetzt sich natürlich.

Cradle-to-Cradle-Textilien sind damit die nachhaltigsten Modeprodukte überhaupt!

Die Basic T-Shirt der „I Love Nature“-Kollektion von Calida // Photo: PR

Wir bedanken uns bei Calida für diese zwei spannenden Tage und die vielen Einblicke in die neuen, nachhaltigen Textilien!