Es sind erschreckende Zahlen, die der Weltklimarat UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gestern veröffentlichte. Klimaexperten vermuten, dass die Erde bereits im Jahr 2030 so stark unter den durch den Menschen verursachten Klimawandel leiden wird, dass sich viele Teile nicht mehr davon erholen können – vorausgesetzt, wir tun JETZT nichts dagegen. 

Sollten wir endlich aufwachen und uns um die Belange der Umwelt kümmern, würde die Erderwärung lediglich um 1,5 Grad Celsius ansteigen, was größere Umweltkatastrophen verhindern könnte. Doch nur durch „beispiellose Veränderungen“ in jeglichen Bereichen, u.a. Stromerzeugung, Industrieprozessen, Landwirtschaft, urbane Infrastrukturen, wäre dies möglich. Machen wir so weiter wie bisher, sind verheerende Brände, extreme Dürre mit Ernteausfällen und auf der anderen Seite Flutkatastrophen und Starkregen die fatale Folge, unter der Millionen Menschen leiden werden. 

Dass wir gerade mittendrin stecken im Klimawandel, leugnet wohl keiner mehr. „Wir sehen bereits sehr starke Veränderungen der globalen Erwärmung um ein Grad Celsius. Daraus resultierend sind extreme Wetterlagen, der Anstieg des Meeresspiegels oder das Schmelzen der Gletscher in der Arktis“, sagt Panmao Zhai, Co-Vorsitzender der IPCC Working Group 1. Und wenn wir so weiter machen, die Erderwärmung nicht aufhalten, dann müssen wir weiterhin mit extrem heißen Sommern, Dürre, hurricane-artigen Regenfällen und Extremwetterlagen rechnen.

 

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Die Experten der IPCC machen jedoch etwas Hoffnung und sagen, dass eine Erderwärmung um lediglich 1,5 Grad bis 2030 machbar sei und im Vergleich zur Erwärmung um zwei Grad weniger schlimme Umweltfolgen nach sich ziehen würde. Die Korallenriffe würden dann nicht komplett absterben, immerhin knapp ein Drittel würde erhalten bleiben. Auch würde der Meeresspiegel nur um etwa zehn Zentimeter ansteigen, was verhindern würde, dass Millionen Menschen ihr Zuhause verlieren und die Entwicklungsländer vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt würden. 

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Wenn im Dezember im polnischen Kattowitz die nächste Weltklimakonferenz abgehalten wird, muss eine gemeinsame Lösung gefunden werden, ein Klimaziel, an dem gemeinsam gearbeitet wird. Der globale Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) müsste bis 2030 um 45 Prozent fallen und im Jahr 2050 den Wert Null erreichen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte: „Wir dürfen beim Klimaschutz keine Zeit mehr verlieren. Das ist die Kernbotschaft des Berichts“, sagte die SPD-Politikerin. „Die nächsten Jahre sind entscheidend, damit unser Planet nicht aus dem Gleichgewicht gerät.“

Anton Hofreiter, Grünen-Fraktionschef forderte daraufhin die Bundesregierung zum Handeln auf: „Hitzesommer, Extremwetter, Ernteausfälle – alle Alarmzeichen stehen auf Rot“.

Der Abschied von Kohle, Öl und Gas müsse gemeinsam angepackt werden. Die nächsten Jahre sind für die Erde und – sehr drastisch ausgedrückt – für die Menschheit die wichtigsten überhaupt in ihrer Geschichte. Sie entscheiden darüber, ob wir es schaffen, gerade noch mal die Kurve zu kriegen oder ob wir selbstverschuldet auf eine Umweltkatastrophe zusteuern, die wir jetzt noch verhindern können, aus der es irgendwann jedoch keinen Ausweg mehr gibt. 

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(Aufmacherphoto: Brad Helmink on Unsplash)