Falten mit Botox los zu werden? Kein Problem. Was aber, wenn man seinem Körper das Nervengift nicht zumuten möchte? Dann verweisen Experten gerne auf den natürlichen Wirkstoff der Jambú-Pflanze (oft auch Parakresse genannt), dem „Spilanthol“. Es soll, ähnlich einem Lokal-Anästhetikum, die Gesichtszüge entspannen und Linien sowie Falten glätten. Was steckt dahinter? Wir haben Nikki Benett, Gründerin des Kosmetiklabels „Spilanthox therapy“ gefragt…

Wie heißt der Superwirkstoff denn nun wirklich?
Die Pflanzenart Acmella Oleracea hat Ihren Ursprung in Südamerika, wo sie unter dem Namen „Jambú“ bekannt ist. Dort wird die Pflanze bereits seit sehr langer Zeit als lokales Anästhetikum, z.B. bei Zahnschmerzen, genutzt. Der deutsche Name „Parakresse“, der eine Zugehörigkeit zur Familie der Kreuzblütengewächse suggeriert, ist in der Tat irreführend. Spilanthol ist der Inhaltstoff in der Pflanze, der in extrahierter Form die botox-ähnliche Wirkung erzielt.

Ist es sinnvoll, den Wirkstoff Bio-Botox zu nennen? Werden da nicht falsche Vorstellungen erzeugt?
Spilanthol sorgt dafür, dass die zahlreichen Mimik-Kontraktionen, die unbewusst ablaufen, reversibel „betäubt“ werden. So entspannt es sofort die Gesichtspartie und verzögert bei kontinuierlicher Anwendung das Altern der Haut. Kleine Mimikfältchen verschwinden beim ersten Auftragen, tiefe Falten werden mit der Zeit verringert. Aus diesem Grund wird es eben Bio-Botox genannt. Im Gegensatz zu Botulinumtoxin lassen sich die Muskeln nach dem Auftragen des natürlichen Anti-Falten-Wirkstoffs allerdings immer noch bewegen. Man wirkt frischer, aber nicht glattgebügelt.

Pflegt auch trockene Haut nachhaltig: „Extreme Night Repair“ von Spilanthox therapy, 50 ml um € 30,-

Sind Produkte mit Spilanthol eher smarte Instant-Helfer oder bringen sie auch langfristig Ergebnisse?
Beides. Spilanthol ist natürlich erstmal super als SOS-Sofort-Glättung geeignet. Der Wirkstoff baut sich aber auch sukzessiv in der Dermis auf und die Faltentiefe wird nach und nach verringert.

Was hat Sie motiviert, eine Kosmetiklinie zu gründen und den Focus auf den Wirkstoff Parakresse zu legen?
Ich hatte einen gesundheitlichen Zusammenbruch, der mich hat altern lassen und eines Tages bin ich durch Zufall beim Arzt auf Spilanthol gestoßen. Die Idee daraus eine natürliche Pflegeserie zu machen, und nicht nur mir, sondern auch anderen mit demselben Problem zu helfen, war geboren: Wirkstoffkosmetik, die wirklich was bringt und mit natürlichen ätherischen Ölen auch noch Glückshormone pusht und für bessere Laune sorgt.

War es denn so einfach, das umzusetzen?
Es war sehr kompliziert. Besonders die finanziellen und bürokratischen Hürden haben es oft nicht leicht gemacht. Ein Kosmetik Label zu gründen ist kein Spaziergang, es kostet sehr viel Energie und auch Geld, vor allem wenn man in Deutschland herstellen und abfüllen möchte. Manchmal habe ich es schon nicht mehr für möglich gehalten.

Sind Sie happy mit dem Endprodukt?
Und wie! Unsere Linie hat alle meine Erwartungen übertroffen. Ich hätte nicht gedacht, einen Stoff in der Natur zu finden, der so sichtbar und effektiv den Alterungsprozess der Haut beeinflusst.

Ihr Beauty-Tipp für schlechte Tage?
Die beste Routine beginnt im Wohlfühloutfit. Dann, das Make-Up zu entfernen und die Haut zu reinigen. Ich empfehle, eine reichhaltige Maske aufzutragen und abzuschalten. Eine Duftlampe mit ätherischen Ölen und eine Wärmflasche im Rücken helfen den Alltagstress hinter sich zu lassen.

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Autorin des Textes: Judith Gerstbrein // Dieser Text ist zuerst erschienen in der FOGS-Herbstausgabe 2018 – hier nachbestellen.

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