Alle reden über Fair Fashion – aber was ist das eigentlich genau? Der Name lässt zwar bereits vermuten, dass faire Mode nach fairen Produktionsstandards hergestellt wird – aber welche Aspekte fallen überhaupt unter diese „Fairness“?

Fair Fashion heißt auch, Gebrauchtes wieder zu verwerten.
Fair Fashion kann auch heißen, Gebrauchtes wiederzuverwenden und beispielsweise aus zweiter Hand zu shoppen.
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Oft werfen wir im Eifer des Gefechts alle möglichen Nachhaltigkeitsclaims wie „fair“, „bio“ oder „öko“ in einen Topf – da gibt es aber große Unterschiede!

„Bio“ kommt ursprünglich aus der Lebensmittelindustrie und meint hier genauso, dass der Stoff, aus dem die Kleidung produziert ist, ohne Pestizide hergestellt wurde.

„Öko“ hingegen umfasst die Verarbeitung von Textilien ohne Verwendung von schädlichen Chemikalien. Das heißt, dass möglichst viele Naturfasern wie Leinen oder Hanf zum Einsatz kommen und diese auf natürlicher Basis gefärbt werden.

„Fair“ bezieht sich nicht auf das Material des Kleidungsstücks generell, sondern auf die Arbeitsbedingungen, unter denen es hergestellt wird. Das heißt: „fair“ ist nur, was ohne ausbeuterische Arbeitsbedingungen von erwachsenen Menschen in normalen Arbeitszeiten hergestellt wird. Eine anständige Entlohnung ist hier genauso wichtig wie ein Verbot von Diskriminierung und ein sicheres Arbeitsumfeld – die sozialen Aspekte sind hier klar im Fokus.

Und genau hier geht die Rechnung der großen Modeketten nicht auf: Bei einem Preis von € 5 für ein T-Shirt kann unmöglich die gesamte Produktions- und Lieferkette gerecht entlohnt werden. Das Problem: Wir sind schon so an die Dumping-Preise der Fast-Fashion-Giganten gewöhnt, dass uns die durch aufwändigere Herstellung höheren Preise von fairer Mode übertrieben hoch vorkommen. Hier wird es notwendig, den Mindset in der westlichen Konsum-Welt schrittweise zu verändern, sodass mehr Menschen bereit dazu sind, einen angemessenen Preis für regionale und fair produzierte Ware zu bezahlen.

Buy Good Stuff: Guide für fair Fashion

Fair Fashion: Buy Good Stuff
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Auch, wenn der Preis für viele noch gewöhnungsbedürftig ist – der modische Aspekt ist jedenfalls keine Ausrede: Nachhaltigkeit und Konsumbewusstsein geht nämlich auch stilvoll und cool. Das zeigen die Modejournalismus-Studierenden der Akademie für Mode und Design München mit ihrem neuen Fair Fashion Guide „Buy Good Stuff“. Das Ziel: „Menschen wachrütteln und inspirieren“. Denn es ist gar nicht so einfach, ökologisch nachhaltige und fair produzierte Brands zu finden und bei all den Siegeln und Zertifizierungen den Überblick zu behalten.

Der Verwirrung in der Fair-Fashion-Welt macht die AMD gemeinsam mit der Frauenrechtsorganisation FEMNET e.V. bereits 2016 ein Ende und entwickelte den ersten öko-fairen Einkaufsführer für Köln. Jetzt kommt der erste Buy Good Stuff Guide auch für München: Auf über 150 Seiten präsentiert der Guide Shop –und Labelportraits fairer Mode. Über Upcycling-Produkte, traditionellem Handwerk bis hin zu nachhaltiger Haute Couture findet das Fair-Fashion-Herz hier alles, das es begehrt.

Ab Mitte Oktober liegt Buy Good Stuff kostenlos in ausgewählten Stores in und um München auf.


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