Die Herbstferien stehen vor der Tür – die perfekte Gelegenheit, vor der stressigen Weihnachtszeit nochmal zu verreisen. Wer aber versucht, ein ökologisch achtsames Leben zu führen, findet sich oft in einer selbst gebauten Zwickmühle wieder.

Reisen ist ja grundsätzlich eine gute Sache, es erweitert unseren Horizont, macht uns offener für fremde Kulturen, bildet und kann das Leben ungemein bereichern. Auf der Negativliste stehen jedoch einerseits die enormen Umweltschäden, die durch unseren übertriebenen Flugverkehr entstehen und andererseits für Bewohner und Natur anstrengende Phänomene wie „Over-Tourism“ – wenn Tourismus die Überhand über besonders beliebte Reiseziele wie zum Beispiel Barcelona oder Bali ergreift, sodass die heimische Bevölkerung und Umwelt sehr unter den Menschenmassen leidet.

Wir plädieren immer gerne dafür, europäische Ziele anzusteuern, die man auch ohne Flugzeug erreicht. Aber auch weiter entfernte Destinationen können auf ökologisch bewusste Weise bereist werden, wenn man dabei ein paar Dinge beachtet.

Ethisches Reisen: Gute Planung ist das A & O

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Ethisches Reisen fängt bereits bei der Planung an: Bereits im Vorfeld muss man sich genau mit seinem Reiseziel beschäftigen und natürlich Anreise und Übernachungsform, aber auch Dinge wie die Einhaltung von Menschenrechte, die dortige Regierungsform oder die Rolle von Traditionen und Kultur beachten.

Hilfreich sind dabei zum Beispiel die Empfehlungen von Ethical Traveler, einer NGO, die Entwicklungsländer und potenzielle Reiseziele auf die Kriterien Umweltschutz, Sozialfürsorge, Menschenrechte und Tierschutz untersucht. Das Ziel: Ethisch korrekt geführte Länder vorzustellen und diese durch Tourismus unterstützen. Jedes Jahr stellt Ethical Traveler eine Liste mit den zehn besten Ländern für ethisches Reisen vor. Besonders Inselstaaten sind häufig in den Top 10 zu finden, da diese am stärksten vom Klimawandel betroffen sind und sich deshalb auch am intensivsten mit Umweltschutzstrategien beschäftigen müssen. 2018 waren das:

  • Belize
  • Benin
  • Chile
  • Kolumbien
  • Costa Rica
  • Mongolei
  • Palau
  • St. Kitts & Nevis
  • Uruguay
  • Vanuatu

Für alle, die den Aufwand einer Reiseplanung lieber auslagern möchten, kann der gute alte Reiseveranstalter eine praktische Alternative bieten. Der schweizer Reiseveranstalter Dreamtime Travel beschäftigt sich bei der Planung seiner Reisen mit Fragen wie: „Was bleibt, wenn die Reisesaison vorbei ist? Zahlen die Unterkünfte den Beschäftigten faire Löhne? Wird Rücksicht auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung genommen?“ Für seine Vorreiterrolle im Bereich umweltbewusstes Reisen wurde Dreamtime Travel mit dem „TourCert“ Siegel für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung sowie einem sowie einem Award der „myclimate“-Stiftung ausgezeichnet.

Der Weg ist das Ziel: Achtsames Fortbewegen

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Ja, ein Inlandsflug ist in den meisten Fällen schneller und komfortabler als eine Fahrt mit lokalen Transportmitteln – vor allem wenn man sich in Ländern mit weniger gut ausgebauten Verkehrsnetzen als in Europa bewegt. Aber: Auf einer Fahrt mit der Bahn oder dem Bus erleben wir neue Landschaften aus einer schöneren Perspektive und kommen auch eher mit Einheimischen in Kontakt. So wird auch Fortbewegung zum authentischen Urlaubserlebnis und sozusagen der Weg zum Ziel.

Bei jeder gebuchten Reise über goetica fließt eine kleine Provision an ausgewählte Tierschutzorganisationen.
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Wenn es aber aus geografischen Gründen notwendig ist, zu fliegen, ist die Reisesuchmaschine goetica eine gute Alternative: Wie eine herkömmliche Reisesuchmaschine findet man hier Flüge und Übernachtungsmöglichkeiten zu aktuellen Preisen. Für jede Buchung erhält goetica eine Provision vom Anbieter – für Reisende fallen also keine Mehrkosten an. Der gesamte Gewinn wird dann (abzüglich der laufenden Kosten für den Geschäftsbetrieb) an Tierschutzprojekte gespendet, die auf der Website genau einsehbar sind. So wird beispielsweise die asiatische Tierschutzorganisation Animal SOS in Sri Lanka unterstützt, die bereits tausenden von Straßentieren ein Zuhause geben konnte. Damit man auch sicher sein kann, dass das Geld am richtigen Ort ankommt, veröffentlicht goetica seine vierteljährlichen Finanzberichte online.

Die richtige Unterkunft

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Es kann schwierig sein zu erkennen, ob Hotels wirklich ökologisch bewusst wirtschaften oder lediglich mit „grünen“ Claims eine neue, stetig wachsende Zielgruppe von ethisch korrekt Reisenden anziehen wollen. Hier hilft beispielsweise Bookitgreen, die weltweit größte Buchungsplattform für nachhaltige Ferienunterkünfte. Hier findet man europaweit alles von Bio-Bauernhöfen, über Bio-Hotels bis hin zu Eco-Lodges. Die Unterkünfte werden nach unterschiedlichen Punkten von der Plattform bewertet:

Zum Beispiel die Erfüllung von mindestens 10 von 15 Nachhaltigkeitskriterien wie Ökostrom, Bio-Lebensmittel oder Abfallvermeidung oder auch bestehende, anerkannte Tourismuszertifikate wie dem EU-Siegel für Nachhaltigkeit, dem deutschen Bio-Siegel oder „Fairstay“.

Wir sollten als Reisende unsere Möglichkeit nutzen, durch die Wahl unserer Destination und Anreiseverkehrsmittel, Druck auf Tourismusbehörden, Regierungen und Verkehrsmittelanbieter auszuüben. Denn unsere Reisen haben nicht nur großen Einfluss auf unser eigenes Leben, sondern auch auf das der Menschen, deren Welt wir letztendlich betreten.


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