Im Kleiderschrank hängen Mantel und Daunenjacke ganz vorne, die geliebte Mützenkollektion wurde bereits im Herbst erweitert und die Handschuhe liegen griffbereit neben den Wohnungsschlüsseln: Frieren gibt es nicht ­diesen Winter. Wie aber schützt man die empfindliche nicht ­eingepackte Haut im Gesicht? Gibt es ein Pflegeäquivalent zum wärmenden Hipster-Parka?

 

 

1: Die Haut hydratisieren und pflegen

Dicker anziehen mag gegen Frösteln helfen. Bei der Gesichtspflege funktioniert einfach mehr cremen leider nicht. Doch eins nach dem anderen: Bei Kälte fahren Durchblutung und Talgproduktion runter. Die Haut wird weniger mit Nährstoffen und schützenden Fetten versorgt. Eisiger Wind draußen und trockene Heizungsluft drinnen entziehen ihr zusätzlich Feuchtigkeit. Klar, dass die Haut mit trockenen Stellen, Knitterfältchen oder Reizungen reagiert. Es gilt also, die Lipidschicht aufzupäppeln und den Feuchtigkeitsspeicher wieder auf Vordermann zu bringen.

 

 

2: Die richtigen ­Wirkstoffe wählen

Alles, was den Sommer über gegen glänzende und ölige Haut (Toner, Waschgel, Mattierungs-Cremes) geholfen hat, sollte zugunsten cleverer Feuchtigkeits-Booster getauscht werden. Die Haut braucht jetzt Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und nochmals Feuchtigkeit. Ein hoher Anteil von Hyaluronsäure in Creme oder Serum tut da schon Gutes. Sind diese dann zusätzlich mit Vitaminen, Nährstoffen, Peptiden und Lipiden angereichert, ist es top! Öle haben die herausragende Fähigkeit, Feuchtigkeit gut zu speichern, und können mit den Radikalfängern Vitamin E und C und essenziellen Fettsäuren die Barrierefunktion der Haut stärken: Zwei oder drei Tropfen eines trockenen Gesichtsöls unter die tägliche Pflege mischen, und schon bekommt die Haut eine Mini-Intensivkur plus einen wunderschönen Schimmer. Wichtig: Auch im Winter sollte die Tagespflege unbedingt einen Lichtschutzfaktor um UVB 20 enthalten.

 

 

3: Peeling-Sessions runterfahren

Auch wenn das wöchentliche Rubbeln im Sommer für mehr Glow und Geschmeidigkeit sorgt – im Winter können Peelings mehr schaden als nützen. Die Haut ist von Kälte und trockener Heizungsluft gestresst genug und sollte nicht zusätzlich belastet werden. Denn zu aggressive Peelings würden die Schutzfunktion der Haut gerade dann noch mehr schwächen, wenn sie Schutz am nötigsten hat. Trotzdem sollte die Haut auch im Winter von abgestorbenen Hautschüppchen befreit werden, damit reichhaltige Nährstoffe besser eindringen können und die Haut den ersehnten Glow bekommt: Einfach in größeren Abständen peelen, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu stark anzugreifen – und zu milden Produkten wechseln.

 

 

4: Die Badewanne meiden

Klar, es gibt nichts Feineres, als völlig durchgefroren unter die Dusche oder in ein heißes Bad zu hüpfen. Dermatologen raten allerdings zum Maßhalten: Wenn, dann nicht zu oft, zu warm und zu lang. Heißes Wasser kann die Haut zusätzlich austrocknen und zusätzlich noch ihre Lipidschicht schwächen. Denn nicht nur Schmutzpartikel, auch die natürlichen Fette der Haut wandern beim Baden den Abfluss hinunter. Sollte also die Badewanne der einzige Weg sein, um wieder warm zu werden oder am Wochenende der heiß geliebte Spa-Tag anstehen: Den Hahn lauwarm einstellen und einen rückfettenden Badezusatz wählen. Die darin enthaltenen Fettsäuren schützen die Haut vor Austrocknung. Und dann? Kerzen anzünden und das Buch vielleicht nur zur Hälfte aus­lesen.

 

 

5: Anschaffung eines Luftbefeuchters

Was für manches Haar der schlimmste Feind ist, ist für die Haut im Winter der beste Freund: Luftfeuchtigkeit. Da diese in der winterlichen Heizungsluft überall Mangelware ist, könnte ein Luftbefeuchter zumindest für zu Hause die Lösung bieten. Eine günstigere Alternative dazu sind flache Schalen mit Wasser auf den Heizkörpern – vor allem im Schlafzimmer. Tipp: Je größer die Verduns­tungsoberfläche (flaches und weites Gefäß!), desto mehr Feuchtigkeit wird an die Luft abgegeben.

 

 

6: Den Speiseplan feintunen

Auch ein paar kleine Änderungen auf der wöchentlichen Einkaufs­liste können mithelfen, die Haut geschmeidig zu halten: mehr Fisch – mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Schwertfisch oder Heilbutt) – sollte unbedingt drauf. Dafür weniger stärke- oder zuckerhaltige Lebensmittel, die Entzündungen im Körper fördern und Hautzustände wie Akne, Ekzeme oder Rosazea verschlimmern können. Ein Übermaß an Kaffee oder Alkohol kann neben trockener Luft ein weiterer Faktor für die Dehydrierung der Haut sein. Also einfach mal im Hinterkopf behalten: Summa summarum bedeutet das, in der Weihnachtszeit sind Glühwein, Plätzchen und andere Naschereien tabu – Scherz! Wie bei allem gilt natürlich: Das richtige Maß macht es aus.

 

 

 

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